Freitag, 25. Dezember 2015

All die verdammt perfekten Tage

von Jennifer Niven


erschienen im Limes Verlag
am 28.12.2015
für 14,99



 zum Inhalt

 Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

meine Meinung

Auf dieses Rezensionsexemplar habe ich mich sehr gefreut! Ich lese ja eigentlich nicht so viele Jugendbücher und eigentlich auch besonders nicht zu so einem Thema, weil ich mich einfach nicht angesprochen fühle, jedoch hatte ich so ein Gefühl, das mir dieses sehr gut gefallen wird. Warum kann ich gar nicht genau sagen.

"Wir sind alle allein, gefangen in einem Körper und einem Geist, und wenn wir Gesellschaft haben, dann nur flüchtig und oberflächlich" [S.284]
 
Das Buch ist aus zwei Perspektiven erzählt die sich regelmäßig abwechseln. Zum einen erfahren wir die Welt aus der Sicht von Finch und dann aus der Sicht von Violet  .
Da mir dieser Aufbau den Eindruck vermittelte, dass beide Personen gleichwertige Protagonisten sind, hatte ich doch trotzdem das Gefühl, das sich die Geschichte mehr Finch gewidmet hat. 
Finch war für mich sofort greifbar, ich hatte gleich ein Bild vor Augen und konnte ihn und seine Gefühlswelt einordnen. Irgendwie musste ich bei seinen Kapiteln immer an den Film "Vielleicht lieber morgen" denken.

Violet dagegen war für mich leider nicht greifbar geworden, ich habe bis heute kein konkretes Bild vor meinem inneren Auge und das finde ich sehr schade, da sie doch auch ein so wichtiger Protagonist in diesem Buch ist. 
Ob es daran liegen könnte das sich die Autorin eher mit dieser Person identifiziert haben könnte und somit das "Bild" von Violet für sie schon festgelegt war? 
Violet ist eine beliebte hübsche und gute Schülerin, kommt aus einer intakten Familie und hat viele Freunde. Auch wenn sie glaubwürdig war, kam mir ihre Entwicklung etwas zu kurz. Ganz plötzlich ohne Erklärung waren Themen für sie wieder völlig normal, gegen die sie sich vorher vehement gewehrt hatte, das fand ich schade, denn das waren Momente, an denen ich beim Lesen hängen geblieben bin und mich wunderte.
Bei Finch dagegen war jeder Schritt und jede Wandlung vollkommen nachvollziehbar, bei diesem Protagonisten hatte es mir an nichts gefehlt.

Mich würde Eure Meinung dazu sehr interessieren.

Zum Inhalt möchte ich Euch nicht so viel verraten, aber ich denke es ist offensichtlich das es sich um zwei Jugendliche handelt, die beide in einer Lebenskrise stecken.
Zuerst ist es an Finch Violet das Leben zu zeigen und zu lehren, was es heißt zu Sein. Und dann ist es an Violet dasselbe für Finch zu tun. 

"Sie schlingt ihre Arme um mich, als ob sie nie etwa anderes getan hätte, und ich lehne mich an sie, und sie lehnt sich an mich, bis wir uns zu einer einzigen,lehnenden Gestalt vereinigt haben" [S.209]

Wir begleiten diese zwei Jugendlichen durch eine traurige, aufreibende und abenteuerliche Zeit und mir war beim Lesen keine Sekunde langweilig, im Gegenteil, ich habe sehr viel Rotz und Wasser geheult, gelacht und mitgefiebert. 

Ich fand es besonders schön das diese Geschichte in einer eher erwachseneren Sprache geschrieben wurde, ohne die Jugendhaftigkeit der Protagonisten zu verdecken.

Ganz toll finde ich den Anhang mit den Anlaufstellen zu den verschiedenen Themen, die in diesem Buch behandelt werden und ich kann nur jedem empfehlen auch das Nachwort zu lesen!

Es gibt so viele Lieblingsszenen in diesem Buch, das ist schon eine erstaunliche Leistung! Szenen, nach denen man das Gefühl hatte "noch mal, noch mal" rufen zu wollen, weil sie einem ein so gutes Gefühl gegeben haben.
 Meine absolute Lieblingsszene spielt nachts in einer Buchhandlung, wer das Buch gelesen hat, wird wissen welche ich meine. Welches ist Eure Lieblingsszene aus diesem Buch?

Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung für einfach jeden!


1 Kommentare:

  1. Ich habe schon begeisterte Meinungen davon gehört, ich denke ich werde es mir doch mal anschauen ;)

    LG Liv
    http://lesemausbuecherwelt.blogspot.de/

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