Montag, 11. Januar 2016

Im Spiegel ferner Tage

von Kate Riordan

 erschienen im Heyne Verlag
am 14.12.2015
Für: 9,99


Zum Inhalt

London, 1932. Als die 21-jährige Alice ungewollt schwanger wird, schickt ihre Mutter sie auf ein Gut im malerischen Gloucestershire, um den Namen der Familie zu schützen. Fasziniert von dem verwunschenen Anwesen erwacht Alices Neugierde, und sie erfährt von dem tragischen Los der einstigen Gutsherrin Elizabeth. Das Geheimnis um die schöne Frau berührt sie auf eigentümliche Weise, und Alice begibt sich auf Spurensuche. Sie entdeckt eine große Liebesgeschichte - und einen schlimmen Verrat …  


Meine Meinung

 

Dieses Buch, obwohl es nicht mein favorisiertes Genre ist, hat mich sofort angesprochen, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Ich habe eine Schwäche für alles Britische und dazu noch für die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts.
Da ich mich mit dem neuen Trend "we need diverse books" auch gut identifizieren kann, dachte ich mir warum nicht.
Netterweise hat mir der Heyne Verlag dann ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


"Niemals hätte ich mir vorstellen können, was in diesen wenigen Monaten geschehen sollte und dass all das mein Leben unwiderruflich verändern sollte"[S.65]

Die Geschichte spielt in England, abwechselnd in den Jahren 1932 sowie 1898.
Das Jahr 1932 wird und von Alice berichtet, einer jungen Frau aus London, die aufgrund einer unehrenhaften Schwangerschaft, in ein abgelegenes Anwesen in der Grafschaft Gloucestershire geschickt wird. Diese Abschnitte sind durch den Namen Alice gekennzeichnet, sodass man sich gleich zurechtfinden kann. Hier berichtet die Protagonistin selbst rückblickend von ihren Erlebnissen während der Schwangerschaft.

Die Abschnitte des Jahres 1898 werden durch den Namen Elisabeth gekennzeichnet, die die Protagonistin dieser Abschnitte darstellt. Diese Teile werden etwas distanzierter von einem außenstehenden Erzähler erzählt, der jedoch alleinig das Gefühlsleben von Elisabeth kennt. Die Erzählform hat mir leider nicht so gut gefallen, es war mir ein zu harter Kontrast von Wissen und distanzierter Betrachtung. Mir wäre es lieber gewesen, die Autorin hätte sich hier für eins entschieden, da es mir dadurch schwerfiel, in die Geschichte von Elisabeth einzutauchen. 

"Oftmals verlangen wir ausgerechnet von den Menschen, die wir lieben, am meisten. Um kaum etwas lässt uns so rücksichtsloser werden wie Angst" [S.199] 

Diese Abschnitte wechseln sich regelmäßig ab und sind immer durch ein Thema verbunden, da beide Frauen in dieser Zeit schwanger sind. 

Die Idee dahinter finde ich eigentlich ganz gut, es ist nichts Neues, aber eine schöne Art, einen historischen Familien Roman aufzubauen. Leider ist es der Autorin meiner Meinung nach hier nicht so gut gelungen. Die Verbindung der beiden Frauen war mir zu sehr gewollt und hat zu, für mich, albernen Gefühlsregungen bei Alice gesorgt. 

Schwer fand ich hier auch das sie zwei sehr verschiedene,inhaltsschwere Epochen schildern wollte, was ich sehr gewagt finde. 
Zum einen eine Zeit des Umbruchs kurz vor der Jahrhundertwende und das Ende des viktorianischen Zeitalters, und dann eine Zeit, die gezeichnet ist vom Ersten Weltkrieg und kurz vor dem nächsten steht.  
Das sind zwei sehr intensive Zeiten, die es mir leider sehr schwer gemacht haben die Charaktere dort zu platzieren. Elisabeth konnte ich noch ganz gut in die Zeit einordnen, Alice jedoch hatte mir zu viele Moderne Züge, die Gespräche die geführt wurden und die Gedanken die stattfanden, fand ich hier fehl am Platz. Gut, ich denke dabei auch immer, ich habe ja nicht in der Zeit gelebt und vielleicht war es alles gar nicht so anders als heute, aber nachdem ich zuvor ein Buch las, welches in den 20er Jahren spielte, ist mir dies doch unangenehm aufgefallen. 

Und was mich am meisten beschäftigt: von was für einen Verrat wird im Klappentext gesprochen?

Die Geschichte konnte mich nur mäßig fesseln, wobei sie trotzdem einen Unterhaltungswert hatte, vor allem die vermittelte Stimmung hat mir gut gefallen und hat das Lesen versüßt. 
Ich kann dieses Buch nur bedingt weiter empfehlen, wer historische Bücher bevorzugt, der wird eventuell Anstoß an der Genauigkeit finden. Ich empfehle es daher eher für Leser, welche mal wieder leichte Unterhaltung suchen und sich über eine nette Atmosphäre freuen. 


1 Kommentare:

  1. Hallo Julia :)
    Sehr schöne und interessante Rezension. Auch wenn es das Buch wohl erstmal nicht auf meine Wunschliste schafft.
    Schade, dass es letzten Endes ein paar Schwächen hatte. Denn es klingt sehr interessant und ganz nebenbei sieht das Cover ja wirklich unglaublich schön aus.
    Liebe Grüße
    Jacky :)

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